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Poetry In Lotion - (RCA)

Disc Magazin 18. Jan 1975
Wirklich enttäuschend. Ein Album mit einer Mischung aus alten Rock-Nummern und brandneuen Stücken die von der Band geschrieben wurden. Die meißten der neuen Songs sprechen nur begrenzt an, während das ältere Material auf sehr unbefriedigende Weise interpretiert wird.
Vielleicht wäre ich etwas begeisterter von diesem Werk wenn sich die Band auf einen Typ Musik konzentriert hätte anstatt zu versuchen, Vergangenheit und Gegenwart durcheinanderzuwürfeln.
Dies sind natürlich alles sehr persönliche Meinungen. Millionen von Euch dort draussen werden zweifellos die LP hören und warme Freudentränen vergiessen, allein aufgrund der geistigen Stärke.
Traurigerweise bekomme ich nur nur ein paar kalte Krokodilstränen hin.
BL

Melody Maker - 18. Januar 1975
Ein brandneues Jahr bricht an, mit einem brandneuen Album von Fumble, die wilden Fünf aus Weston-super-Mare, die meine Favoriten für grossartige Dinge im Jahr 1975 sind.
Auf ihrem ersten Album, welches vor zwei Jahren erschienen ist, waren sie noch in einer rein nostalgischen Stimmung und ließen Oldies aus den Fünfzigern und Sechzigern wieder aufleben. Das war bis zu einem gewissen Grad ok. Dennoch mußten sie sich auch als etwas mehr als bloße Rekonstrukteure zeigen. Es brauchte zwei Jahre, um dies auf Vinyl zu bekommen, aber das Warten war es wert. "Poetry" ist ein ziemlich gutes Album und ein nützlicher Indikator für die Richtung, welche Fumble einschlagen könnten. Sie haben sich nicht von ihren Ursprüngen entfernt, welches Oldies wie "Not Fade Away", "Break My Mind", "The Letter", "Runaround Sue", "Gone Gone Gone" und "Keep A Knockin'" bezeugen. Aber auch fünf neue Nummern, geschrieben von Sänger Des Henly (vier) und Pianist Sean Mayes, welche Fumble von ihrer besten Seite zeigen, müssen sich mit den alten Stücken die Rille teilen.
Sie sind eine unverschämt unbedeutende Band, aber auf "Poetry" fallen sie nirgendwo ab in die Art geistlose Musik, welche die Charts 1974 so dominierte.

Es gibt ein paar langsame Songs, "Marilyn" und "Don't Take Love", geschrieben jeweils von Mayes und Henly, welches wahrscheinlich die herausragenden Tracks sind. Diese machen einen guten Kontrast zu den schnelleren Stücken. Ihre Flop-Single "Not Fade Away"ist auch dabei, welches etwas hoffen läßt, dass diese grossartige Behandlung eines grossartigen Songs nicht spurlos verschwindet. Die hauptsächliche Kritik ist, daß das Album insgesamt einen zu clean klingt. Ich sehe ein, das ihre Musik einen klaren Sound verlangt, aber es wird hier vom Produzenten Shel Talmy ein bisschen zu weit getrieben. Ansonsten ist es einfach gut.
Nebenbei, mir gefiel das Piano Solo in "Keep A Knockin".
B.H.