Zeitungsartikel, englische Musikzeitschriften

Record Mirror
24. Feb. 1973

Rumble, rumble...hier kommen Fumble

In unzählige lächelnde Gesichter eines Publikums zu blicken, verunsichert Fumble's Des Henly nicht im geringsten und lässt ihn auch nicht verschwinden um seine Kleidung zu checken und ob alles so sitzt, wie es sollte. Stattdessen ist er happy, dass die Kids an der Musik von Fumble Spass haben. Es ist die Reaktion, die er sich erhofft - und häufig auch bekommt.
Das junge Publikum, glaubt er, ist heutzutage übersättigt von zu viel Musik und lernt - nach einer einer Ära introvertierten Enthusiasmuses im Schneidersitz - erst wieder zu zeigen, wenn sie eine Band mögen. Bei einem Slade Konzert akzeptiert er dass die Kids spontan reagieren...
Aber Des glaubt, es gibt noch mehr Zeiten in denen ein Publikum sich nicht entspannt.
"Du erwartest, dass die älteren, die kommen um uns zu sehen, sagen 'oh, das ist Mary Lou, Die Platte habe ich zu meinem 15. Geburtstag bekommen' und sofort mögen was wir machen. Aber mehr und mehr haben wir junge Kids, um die 13, 14, 15, die wiederkommen, um uns zu sehen und sagen, 'es war fantastisch' und: 'habt Ihr all die Songs geschrieben?'" Das zeigt, wie wenig sie darüber wissen, denn selbst ihre älteren Geschwister haben damals noch im Sandkasten gespielt, oder ähnliches.

Obwohl Fumble ihr eigenes Material schreiben - und wahrscheinlich eine ihrer eigenen Kompositionen als Single veröffentlichen werden - spielen sie auf der Bühne viele gute alte Favoriten der 50ger. Und ihr erstes Album, 'Fumble', war, natürlich, vollständig aus Rock Klassikern wie Ebony Eyes, Oh Carol, Teddy Bear und It Might As Well Rain Until September zusammengestellt.
"Wir wollen Songs so schreiben, wie sie einmal geschrieben wurden", sagt Des. "Aber es ist sehr schwierig, denn Du musst das Gefühl dieser Kultur erfassen, und wie kannst Du das? Bis zu einem gewissen Grad benutzen wir amerikanischen Jargon um nachzuhelfen, und weil es nett ist, das zu tun. All die Songs die wir machen sind amerikanische, es gab nichts was in der Englischen Szene so gut war - Marty Wilde, Cliff Richard, die liessen sich mit Jerry Lee Lewis nicht vergleichen. Einige Leute sagen, das ursprüngliche Gefühl lässt sich nicht produzieren, aber ich sehe das so, Du kannst nicht nostalgisch werden bei einer Zeile wie 'squeeze my lemon till the juice runs down my leg'. Aber in den Fünfzigern, da gingen Jungs mit Mädchen aus als sie 15 oder 16 waren, dann verliessen sie sie und die Jungs weinten, oder die Mädchen weinten. Was das betrifft, hat sich nichts geändert... und in den Tagen gab es Musik für die Kids."
Rick Nelson's 'It's Late' fasst Des' Standpunkt zusammen. Als ich jedoch hinzufügte, dass T.Rex, David Cassidy, die Osmonds und andere heute diese Funktion für junge Teenager erfüllen könnten, fügte Des hinzu: "Ich denke nicht, dass T-Rex das könnte. Ich kann zwar sehen, warum die Kids sie mögen, aber sie bringen nicht das Gefühl der Naivität, wenn Du so willst. Romanze und Gefühl von Fantasie sind wichtig."
Des' erste Bekanntschaft mit Rock'n'Roll machte er durch den Untermieter seiner Mutter, der ihn in einen Elvis Presley Film mitnahm. Trotz seines anfänglichen Gefühles, das alles "Mist" sein würde, fand sich der 11-jährige Des stehend auf seinem Sitz wieder, flippte herum und schwelgte in dieser neuen Erfahrung. Etwa neun Jahre später tat sich Des mit Sean Mayes (Piano und Gesang), Mario Ferrari (Bass und Gesang) und Barry Pike zusammen, um die Baloons zu gründen.
"Alles was wir wollten war, vier Typen zusammenzukriegen und ins Ausland zu gehe, irgendwohin, wo es nett ist zu arbeiten. Im Grunde hat das immer Spass gemacht. Einmal haben wir nur etwa ein Gig im Monat gespielt, aber dann hatten wir die Chance für sechs Wochen im Ausland zu arbeiten, an sieben Abenden in der Woche... die vielen Kater gar nicht mitgezählt...
Baloons verbrachten die meisste Zeit in der Schweiz, wo sie vor reichen Besucher spielten - und sogar Burton's Berghütte besuchten. Sie unterhielten zahlreiche Zuschauer - und bewiesen, wie gut simple Rock songs in einer angemessenen Atmosphäre ankommen.
Des fragt sich jetzt nur, wie die Amerikaner ihre Songs, präsentiert von einer englischen Band, aufnehmen werden. Aber wenn die Resonanz die gleiche ist wie die der Amerikaner in England, dann sollen Fumble keine Probleme haben. Des erzählt mir, sie kommen auch gut an bei einem Teddy Boy Publikum. Ihre Bodybards während einer Bill Haley Tour waren sogar Hell's Angels.
"Rocker in England mögen jeden, der ihre Musik gut spielt. Wenn Du einem Rocker eine Presley Nummer vorspielst, und du spielst sie schlecht, dann hauen sie Dir eins in die Fresse... oder wenn Du versuchst, etwas in einer Richtung zu machen und denkst 'machen wir jetzt mal etwas Rock'n'Roll, weil es nicht so gut ankommt', dann rufen die Rocker, dass Du verschwinden sollst". Aber es besteht keine Gefahr, dass Fumble das passieren könnte. Was sie machen, das machen sie auf jeden Fall gut.