Zeitungsartikel, englische Musikzeitschriften

Sounds
21. Apr. 1973

Eine Klasse für sich

„Alles was wir wollten als diese Band anfing war, durch Europa zu touren und so viele Länder wie möglich zu sehen. Wir waren uns der Tatsache eigentlich nie bewusst, dass wir eines Tages vielleicht mal gross herauskommen könnten, wie es wohl bei anderen Bands der Fall ist. Ja, wir haben das nur gemacht um herumzureisen.“
Des Henly, Fumble’s grosser Gitarrist und Leadsänger schwelgte etwas in Erinnerungen an die Anfänge der Gruppe und sprach generell über ihre gemeinsame Zeit zusammen, die fünf Jahre andauerte, und in der Fumble mindestens vier von diesen fünf Jahren lang alles angenommen haben, was sich im Ausland an Arbeit bot. Des sagt, sie waren zufrieden, die Dinge auf diesem Level zu halten – solide Arbeit ohne den geringsten Hauch von Big-Time Publicity.
Die Dinge gingen dann im letzten Jahr ziemlich schnell. Letzten Herbst haben sie ein herrlich erfrischendes Debut-album herausgebracht, mit den bemerkenswertesten Punk-Rock Hymnen aus den frühen Sechzigern. Natürlich wurden sie mit einer gewissen Menge an Skepsis betrachtet. denn die meissten „Rock and Roll Revival Bands“ waren auf die Nase gefallen, als die anfängliche Neuheit der Sache ein wenig verblasste. Der Unterschied war allerdings, das Fumble wirklichen, von Herzen kommenden Rock’n’Roll spielten, und all ihre Cover-versionen der der alten Standards in ihrem wahren Licht erscheinen liessen.
Ihr nächster Schritt nach oben war, als kein anderer als D. Bowie die Band einlud ihn auf seiner letzten Amerika-Tournee zu begleiten – eine ziemliche Sache für eine Band, die hier praktisch unbekannt ist, gar nicht zu sprechen von ihrem Nicht-vorhandensein in Amerika: „Die Tour hat uns auf so viele Weise die Augen geöffnet,“ sagte Des nach einem mächtigen Hieb aus seinem grossen Glas Guinness. Klar, das was uns wirklich Angst machte war, jeden Abend vor so verdammt vielen Leuten zu spielen, und die Hälfte von denen war ziemlich verrückt. Bowie zieht schon ziemliche Freaks an.
Er hatte uns bei Auftritten in England gehört und und dann gefragt, ob wir die Amerika-Tour machen wollten, denn er wollte eine Band, die ein Publikum aufwärmen und für ihn anheizen konnte. Die meissten der Gigs waren wirklich unglaublich, und bei einem Konzert in Philadelphia waren wir wirklich gut angekommen, und einige der Leute begannen, aufzubrechen und zu gehen, sie hatten im Moment vergessen dass Bowie noch kommt. Ich will damit nicht sagen, dass sowas ständig passiert ist, aber es vermittelt einen Eindruck, wie gut der Auftritt war“.
Ein ungewöhnlicher Vorzug, den Fumble haben und der für sie arbeitet ist ihre grosse Beständigkeit. Das Album z.B. zeigte keine hörbaren Schwachstellen, und die Qualität ihrer Live-Gigs haben sie bereits in eine eigene Klasse erhoben. „Wir sind ein bisschen stolz auf die Tatsache, dass wir beständig sind“, sagte Des. „Im Moment schreiben wir mehr originales Material und werden es einarbeiten, so dass wir ungefähr fünfzig Prozent unserer eigenen Sachen spielen. Die Band hat sehr deutliche und positive eigene Charakterzüge, und obwohl wir mehr oder weniger aufgrund von Stücken wie „Hello Mary Lou“ bekannt wurden, haben wir diese Sachen nicht als neue Sache gespielt. Es war alles bloss Rock’n’Roll und ich denke, da haben viele der Revival-Bands versagt. Sie konnten einfach nicht rocken.
„Wir haben das, was wir in der Vergangenheit gemacht haben , glaube ich, als Mittel benutzt, um etwas von unserem eigenen Material vorzustellen. Ich weiss nicht, ob die Leute unsere Songs als drastische Veränderung sehen von dem, was wir vorher gemacht haben, aber für die Band ist es ist eine drastische Veränderung“.
Des sagt, Amerika lehrte ihn die Notwendigkeit, jedes Publikum gleich zu behandeln, obwohl anfangs , wie er hinzufügt, aus Gründen der Vorsicht Unterschiede gemacht werden mussten.
Wir haben mehr Glück als viele andere Bands, denn wir machen ein etwa einstündiges Set und keiner der Songs ist länger als drei Minuten. Ich weiss, es klingt wahrscheinlich altmodisch, aber das perfekte Set ist eins das beginnt, sich dann steigert, und dann zum Ende gebracht wird. Und das streben wir jedes Mal wenn wir spielen an.“
Im Verlauf des Jahres werden Fumble eine zweite David Bowie US Tour machen. „Bowie“, sagt Des nachdrücklich, ist vor allen dingen ein Künstler, und er weiß, was es wert ist, gut zu sein.
Mit ihm auf Tour zu gehen ist eine unvergessliche Erfahrung , denn man lernt so viel einem kurzen Zeitraum.
„Ich denke, wir haben den Anstrengungen, die die Touren mit sich brachten standgehalten, weil wir schon soviel gemeinsam durchgemacht haben. Wir sind eine ziemlich solide Einheit und ich glaube, wenn einer von uns ginge, würde die ganze Band aufhören. Ist schon ziemlich fest.“
-Ray Talford